Stampflehmhaus | Grabs
ALLEN + CRIPPA Architektur | Grabs
Ein zweigeschossiger Strickbau aus dem 17. Jahrhundert stand jahrzehntelang leer und verfiel zusehends — bis die Denkmalschutzbehörde ihn schließlich aus dem Inventar entließ. Das erlaubte einer engagierten Dorfgemeinschaft, den Holzbau Balken für Balken zu zerlegen und an einem neuen Standort, nur 700 Meter entfernt, wieder aufzubauen. Die eigentliche Rettung des Altbaus aber liegt in der Kombination mit einem Neubau aus Stampflehm, der übernimmt, was der Altbau nicht leisten kann: technische Infrastruktur, Küche, Sanitär und Photovoltaik am Dach. Er wurde aus bis zu 85 cm starken, mithilfe von Stahlbetonstürzen und Ringankern stabilisierten Stampflehmwänden mit Vollholzdecken errichtet. Die beiden Häuser verbindet lediglich eine Schiebetür— ansonsten bleiben sie eigenständige, sehr gegensätzliche Bauten. Es ist diese Spannung, die das Ensemble trägt: das leichte, dunkle, gedrungene Holzgefüge auf der einen Seite, die massiven, hellen, großzügig proportionierten Räume aus Lehm auf der anderen.