Tannerhof 2.0 | Bayrischzell
Florian Nagler Architekten | München

Das neue Badehaus des Tannerhof, einem Naturhotel in Bayrischzell, ist ein zweigeschossiger, lang gestreckter Bau mit einer zimmermannsmäßigen Holzkonstruktion, die an Harpfen erinnert, an Holzkonstruktionen, die in Teilen des Alpenraums der Heutrocknung dienen. Für Harpfen charakteristisch ist das schützende Dach, die senkrechten Holzpfosten, die Querstangen, die sogenannten Harpfenstangen und die Diagonalstreben. Diese Konstruktion, die im landschaftlichen Kontext einer rein funktionalen Logik folgt, entwickelt hier eine unerwartete Raumwirkung und Kraft. Im Erdgeschoss findet man einen überdachten Freibereich für Liegen mit Blick auf den Outdoor-Pool. Holztreppen führen in das luftige Obergeschoss mit Ruhebereichen und einer Sauna. Die Holzkonstruktion erlaubt über die gesamte Länge Durchblicke. Dort, wo Fassaden notwendig sind, verbergen diese sich in einer zweiten Schicht hinter der konstruktiven. Es ist ein Bau, der zeigt, welche Qualitäten im einfachen, reduzierten Bauen stecken und wie man altbekannte und bewährte Konstruktionen wieder mit neuem Inhalt füllen kann.

Tannerhof Bayrischzell © Sebastian Schels
Tannerhof Bayrischzell © Sebastian Schels
Tannerhof Bayrischzell © Sebastian Schels
Tannerhof Bayrischzell © Sebastian Schels
Tannerhof Bayrischzell © Sebastian Schels
Tannerhof Bayrischzell © Sebastian Schels